Hofsós
Der erste Stopp heute war das Freibad in Hofsós, das spektakulär auf das Meer hinausgebaut ist. Die Duschpolitik wurde nun auch von allen verinnerlicht. Und so wurde aus einem Ichduschaufkeinenfallnackig ein Eigentlichistdasvielhygienischer. Wir waren die Einzigen im Bad, unter strahlender Sonne, mit Blick aufs Meer, besser geht's nicht!
Auf der Weiterfahrt hielten wir kurz an der Grafarkirkja, der ältesten Torfkirche Islands. Die heutige Kirche stammt aus dem späten 17. Jahrhundert; Teile der Anlage werden bereits im Jahr 1240 erwähnt. Die Kirche besitzt charakteristische runde Torfwälle und barocke Holzschnitzereien. Ab 1765 wurde sie nicht mehr für Gottesdienste genutzt und später als Lagerraum zweckentfremdet.
Glaumbær
Glaumbær ist ein historischer Torfhof, dessen Farmhügel seit rund 1000 Jahren besiedelt ist. Die heute sichtbaren Gebäude stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und wurden bis 1947 bewohnt. 1948 übernahm das Skagafjörður Heritage Museum den Hof, und seit 1952 dient er als Museum zur Alltagsgeschichte isländischer Torfhäuser im 19. Jahrhundert.
Hier erhielten wir einen Einblick in das unvorstellbar harte Leben in Island auf einem Bauernhof, und das noch vor nicht einmal 80 Jahren!
Grábrók
Da am Vortag (sehr zum Erstaunen des Planungskomitees) bemängelt worden war, dass es gar keine Wanderung mehr gäbe, wurde kurzerhand der Grábrókkrater wieder ins Programm genommen, der eigentlich dem Baden am Morgen zum Opfer gefallen war. Dieser ist ein etwa 3500 Jahre alter Krater des Ljósufjöll‑Vulkansystems in Westisland. Er ragt rund 170 m über das Umland auf und ist über einen ausgebauten Weg mit Treppen zwar leicht zu besteigen, allerdings war der Wind oben unglaublich stark.
Danach begann die Abenteuerfahrt auf der Straße 52. Sie ermöglicht, mit einem normalen Auto auf einer Strecke von 83 km wenigstens ein bisschen Hochlandfeeling zu bekommen, da wir leider nicht durchs richtige Hochland fahren durften. Herrn Pieper war's fast zu viel des Hochlands, aber er war unglaublich tapfer.
Þingvellir
Þingvellir ist ein Nationalpark im Südwesten Islands und gehört seit 2004 zum UNESCO‑Welterbe. Er liegt am Nordufer des Þingvallavatn, des größten natürlichen Sees des Landes. Historisch ist Þingvellir der Ort, an dem im Jahr 930 das Alþingi, eines der ältesten Parlamente der Welt, gegründet wurde; es tagte dort bis 1798. Geologisch markiert das Gebiet die Grabenbruchzone zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Platte, die sich hier sichtbar voneinander entfernen. Hier wird die Erdgeschichte zur Gegenwart!
Dummerweise ließ Frau Wagner die Gruppe entscheiden, auf welchem der drei Campingplätze im Nationalpark die letzte Nacht verbracht werden sollte. Diese Freiheit war die Gruppe nicht gewohnt, sodass wir eine halbe Stunde zwischen den Campingplätzen hin- und herfuhren. Anfangs waren nicht alle glücklich, als jedoch der Hunger gestillt war und die Sonne herauskam, war alles wieder gut.
Nach dem Abendessen und Spülen fuhren wir noch in die Schlucht zwischen den Kontinenten. Es war wunderbar, dort spätabends allein ohne die vielen Touristen, die den Golden Circle ausfahren, zu sein und in der Abenddämmerung den grandiosen Ausblick zu genießen.























