Region Myvatn
Das Aufstehen und Zusammenpacken ist mittlerweile zur Routine geworden: Alle rennen kreuz und quer zwischen Zelten, Waschraum und Autos hin und her. Es erinnert an einen geschäftigen Ameisenhaufen. Vermutlich haben alle einen Auftrag, aber man erkennt nicht, welchen. Auch haben sich alle an das Chaos bei den Lebensmitteln gewöhnt. Es weiß zwar niemand, in welchem Auto gerade was mitfährt, aber am Ende findet man schon, was man braucht. Wie durch ein Wunder endet das Gewusel irgendwann und alle Taschen sind im Auto. Vergisst man mal eine Flasche, schickt sie der nette Herr vom Campingplatz sogar gratis nach Deutschland!
Durch ein extrem ausgeklügeltes System an kurzen Pendelfahrten, das Frau Brockmann und Frau Wagner sich überlegt hatten, gelang es uns, die Gruppe am Hverir, einem der aktivsten Hochtemperaturfelder im Norden Islands, abzusetzen und die drei Busse am Ziel der Wanderung abzustellen.
Zunächst wurden am Geothermalfeld die Schlammtöpfe bewundert; und aus zahlreichen Fumarolen entweicht Dampf, der durch die Hitze aus der Tiefe mit hoher Geschwindigkeit austritt. Die Erde ist von Schwefel und Mineralien in Gelb‑ und Rottönen gefärbt und es stinkt erbärmlich.
Gleich darauf ging die letzte große Wanderung los, und zwar zum Leirhnjúkur, der ein 592 m hoher Vulkan im Krafla‑System nahe dem Mývatn‑See ist. Er liegt auf einer vulkanischen Spalte und war zuletzt während der Krafla‑Feuer von 1975 bis 1984 aktiv. Am Berg und in seinem Umfeld finden sich Fumarolen, Schlammtöpfe und ein noch immer rauchendes Lavafeld, das aus den jüngsten Ausbrüchen stammt.
Bergauf und bergab bei mehr und weniger Wind wanderten wir durch blühende und karge Landschaft - bis der Regen kam. Bis jetzt vom isländischen Wetter verschont gewesen, waren einige nicht so glücklich darüber, aber es wurde tapfer bis zu den Bussen durchgehalten. Natürlich durften auch die obligatorische Karottenpause und Frau Wagners Geoquizfragen nicht fehlen.

















