Tag 2 - Wärme von unten, Wasser von oben


Vogar

Nach einem angenehmen Flug, einer Ewigkeit am Gepäckband und dem chaotischen Abholen der Autos kamen wir gegen 3 Uhr morgens (5 Uhr in Lindauer Zeit!) auf dem Campingplatz an, wo erstaunlich souverän die Zelte aufgebaut wurden. Dankeswerterweise war ein Bereich bereits für uns abgesperrt worden. Da hier auf dem Campingplatz in Flughafennähe die Rückreisenden viele Nahrungsmittel und andere Dinge zurücklassen, konnten wir uns mit Gas, Zucker, Gewürzen etc. ausstatten. Auf dem Heimweg werden wir unsere übriggebliebenen Sachen wieder hier vorbeibringen.



Hellisheiði-Kraftwerk

Nach einer kurzen, brutalen Nacht bekamen wir eine Führung durch das größte Geothermie-Kraftwerk Europas, das Hellisheiði-Kraftwerk. Dabei werden sehr heißes Wasser und Dampf aus zwei Kilometern Tiefe gepumpt, um damit Turbinen zu bewegen und Wasser zu erhitzen, das dann die komplette Region Reykjavík mit Strom und heißem Wasser versorgt, sodass man im Winter nicht einmal Schnee räumen muss. Die dabei freigesetzten Gase werden zu 95% direkt wieder in die Tiefe geleitet und dort als Stein gelagert. Die Decarbonatisierungsanlage kann sogar Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre holen und in Stein verwandeln; diese Methode des Geo Engineering ist eine vielversprechende neue Technologie, um den Klimawandel zu verlangsamen.  





Reykjadalur

Anschließend wanderten wir durchs Reykjadalur, das Dampfende Tal. Alle waren überwältigt von der Weite und Leere Islands und sich einig, dass man auf den vielen Fotos und Videos, die man vor der Exkursion angeschaut hatte, nicht im Entferntesten die Wirklichkeit abbilden kann. Der Höhepunkt der Wanderung war ein Bad im heißen Fluss. Wurde es zu heiß, konnte man in den Nachbarfluss steigen und sich dort abkühlen. 





Seljalandsfoss

Auf dem Weg zum Campingplatz bestaunten wir noch den Seljalandsfoss und seinen kleinen Bruder. Einige wurden ordentlich nass und der Zugang zum Gljúfrabúi kann durchaus als abenteuerlich bezeichnet werden…





Skógarfoss

Nach dem Abendessen liefen wir noch zum Skógarfoss. Der Wasserfall ist 60 Meter hoch, 25 Meter breit und sehr beeindruckend. So beeindruckend, dass Frau Brockmann morgens um 6 Uhr nochmal losgezogen ist.